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Buena Vista - Die Kuba Vernissage

Buena Vista - Die Kuba Vernissage

Karibik, Sonne, Strand, Rum, Cohibas und Salsa. Dafür steht Kuba. Che und Fidel nicht zu vergessen. Wer Kuba noch nicht als Reiseziel auserkoren hat, sollte dies auf jeden Fall planen. Die aktuelle Lage Kubas sieht allerdings nach dem Sturm „Irma“ alles andere als traumhaft aus. Viele schöne Landstriche sind verwüstet und die Hauptstadt Havanna steht teilweise unter Wasser. Man kann nur hoffen, dass sich die Kubaner in naher Zukunft davon erholen und gegebenenfalls durch internationale Hilfsaktionen unterstützt werden.
Um die facettenreiche Schönheit des Landes und ihre Eindrücke festzuhalten, haben die beiden Fotografen Ruzica und Mladen Antunovic, Ruzi und Bubi genannt, im Dezember 2014 den Entschluss gefasst für mehrere Wochen die kubanische Insel zu erkunden und die Reise via Kamera zu dokumentieren. Daraus entstand eine beachtliche Fotostrecke, die sie nun gerne mittels ihrer Vernissage teilen möchten. Die Cafe-Bar Holzapfel im Fluxus, Stuttgart stellt hierzu die Räumlichkeiten, in welchen alle Freunde, Bekannte, Kuba-Liebhaber und sonstige Kunstinteressierte am Freitag, 15.September, ab 18 Uhr herzlich begrüsst werden.
Wir wollten mehr darüber wissen und haben das sympathische Duo getroffen und stellten wie immer 7 Fragen!


1. Das ist eure erste Vernissage, wieso ausgerechnet über Kuba und was hat euch daran fasziniert?

Mit Kuba verbinden wir viele schöne Erinnerungen, u.a. haben wir uns auf Kuba verlobt. Nachdem das Feedback zur Fotostrecke, das wir von Freunden und Bekannten erhielten, so positiv ausfiel, entschlossen wir uns nach einer Location zum Ausstellen zu suchen. Als die USA angekündigt hatten ihre gemeinsamen Beziehungen mit Kuba wieder zu verbessern war es spannend für uns zu sehen wie sich das auf die Menschen vor Ort auswirkt. An Kuba ist vermutlich alles faszinierend, weil es aber auch so anders ist wie hier im Ländle. Die meisten Erinnerungen haben wir aber an die tollen Menschen, die wir getroffen haben. Wir haben fast ausschließlich in "Casas
Particulares" übernachtet, also in Privatunterkünften (ein Zimmer in der Wohnung oder dem Haus von Einheimischen). So waren wir im direkten Kontakt mit den Kubanern. Gastfreundlichkeit wird dort ganz groß geschrieben. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und würden das genauso wieder machen.

2. Was erwartet die Besucher eurer Ausstellung?

Unsere Bilder dürfen wir im "Holzapfel" ausstellen, ein Cafe, welches uns gleich optisch ins Auge gesprungen ist, da wir finden, dass die Einrichtung etwas von Kuba hat - grün, holzig und retro. Viele unserer Motive stammen aus Havanna - es ist einfach eine verrückte und zugleich
wunderschöne Stadt, die schwer zu beschreiben ist, man muss sie sehen. Unsere Ausstellung startet offiziell am 15.09.2017, da werden wir zwei vor Ort sein, die Bilder werden danach noch eine Weile dort hängen.

3. Wie seid ihr überhaupt zur Fotografie gekommen?

Mladen: Mein Bruder und ich haben uns schon viele Jahre mit Fotografie beschäftigt, da wir auch einige Fotografen im Bekanntenkreis hatten. Es war eigentlich schon immer ein Hobby von uns.
Dann habe ich Ruzi kennengelernt, die dieses Hobby teilte...

Ruzica: Ich bin schon als junges Mädchen mit Kameras durch die Gegend gelaufen und in der Familie nannte man mich den Paparazzi. Als Bubi und ich uns kennengelernt haben, war das unsere erste Gemeinsamkeit. Ich konnte dadurch noch dazulernen, da mir noch einiges Wissen fehlte, was die Technik anging.

4. Euer eigentliches Projekt ist die Hochzeitsfotografie, ihr seid die WeddingCrasher. Wie lange gibt es euch schon und wie sind eure Erfahrungen bisher?

M: Vor etwa 4 Jahren haben wir unsere erste Hochzeit am Comer See in Italien fotografiert. Eine Arbeitskollegin von mir, die von meinem Hobby wusste und mich einfach angesprochen hatte und verpflichtete. Ihr Feedback war so positiv, dass wir dachten, dass sich andere auch über
Hochzeitsbilder von uns freuen würden. So waren die WeddingCrasher geboren.

R: Wir werden oft gefragt, ob es uns nicht langsam langweilig wird immer und immer wieder auf Hochzeiten zu gehen - darauf kann ich nur sagen: Nö. Denn jede Hochzeit ist anders, auch wenn der Ablauf ähnlich ist. Wir lieben Hochzeiten - es ist ein fröhliches Event. Von sowas kann man selten genug haben. Am Schönsten wird es, wenn das Brautpaar (und auch die Gäste)
Emotion zeigen. Da verdrücke ich mir gelegentlich auch die ein oder andere Träne.

5. Was war bisher der ausgefallenste Wunsch von Kunden?

Da haben wir wohl mit unseren bisherigen Brautpaaren Glück gehabt, wir erinnern uns an keine verrückten Aktionen. Liegt vermutlich auch daran, dass wir die natürliche Fotografie bevorzugen und dies unseren Kunden auch vermitteln. Keine Quatschbilder, so wenig wie möglich Gestelltes. Am Schönsten sind Bilder vom Brautpaar, wenn man in ihren Augen und an ihren Gesten erkennen kann, dass sie sich über alles lieben und den Moment gemeinsam genießen.

6. Wie einigt ihr euch, ob ein Bild gut ist oder nicht? Man kann ja nicht immer einer Meinung sein?

R: Was die Hochzeitsbilder angeht, sind wir beide uns zu 98% einig. Hätten wir nicht einen ähnlichen Stil bzw. Geschmack, dann wäre das gemeinsame Fotografieren sicher schwieriger. Die Auswahl der Bilder übernehme ich, Bubi übernimmt die Bearbeitung. So hat jeder seinen Part, den er dazu beiträgt.

M: Anders war es bei der Auswahl der Kuba Bilder. Im Allgemeinen hat jeder eine andere Ansicht von Kunst. So auch bei uns. Aber da muss auch das Gesamtpaket stimmen, also haben wir uns einen Abend hingesetzt und geschaut welche Bilder am besten miteinander harmonieren und am Ende das widerspiegeln was wir den Besuchern zeigen möchten.

7. Welche die Vor- und Nachteile hat man wenn man mit seinem Partner zusammenarbeitet?

M: Welche Vorteile? Haha!

R: Tatsächlich macht es vieles einfach, man weiß, wie der andere tickt. Vor allem schaut man gemeinsam in eine Richtung, beide möchten sich weiterentwickeln. Es ist nie ein "gegeneinander". Wobei wir schon ein bisschen "Fake"- Konkurrenzkampf einbauen, damit es nicht zwischen uns
langweilig wird und der Ehrgeiz da ist, immer bessere Fotos zu machen. Profitieren können dann letztendlich die Kunden. Wir haben beide unsere Position gefunden, jeder kann seine Aufgaben richtig gut und der Andere kann sich darauf verlassen. Ich kann mir vorstellen, dass falls das bei anderen "Arbeitspärchen" nicht der Fall ist, es da zu Unstimmigkeiten führen kann. Uns beide hat es eher zusammengeschweißt, dieses Projekt auf die Beine zu stellen.

Infos zur Vernissage gibt es hier!

Text: Victor Amiri

Foto: Mladen Antunovic

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