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Salut, Home-Officer!

Mann sitzt am Schreibtisch und arbeitet mit seinem Laptop

Dieser Beitrag geht an alle Helden am Schreibtisch, die uns Tag und Nacht auf dem neuesten Stand halten. Mal ehrlich: Öffentlichkeitsarbeit rettet im direkten Sinne zwar keine Leben, die Berichte, Meldungen und Good News darüber aber oft unsere Psyche – auch wenn man als Wortakrobat oft selbst unter der Informationsflut leidet.

Was es bedeutet, sich jeden Tag mit Corona zu beschäftigen zu müssen, hat uns Pascal erzählt. Er ist Texter in einer Agentur und überlegt sich gerade Werbemaßnahmen für Unternehmen, die ihr Marketing komplett auf die Krise umgestellt haben. Wie kommt er damit klar, sich jeden Tag in den eigenen vier Wänden mit Corona auseinandersetzen zu müssen?

Pascal arbeitet in einer kreativen Branche. Das bedeutet, er benötigt ein inspirierendes Umfeld, um gut arbeiten zu können. In Zeiten von Corona fällt das komplett weg. Keine Kollegen. Kein Tapetenwechsel. Keine Abwechslung. Seine Inspirationsquellen beschränken sich auf die eigenen vier Wände und das Internet. Eine Umgebung, in der viele Gedanken und wenig Kreativität gemacht werden, oder?

“Jeden Tag nur Corona. Irgendwann konnte ich es nicht mehr hören und hab mir selbst eine Nachrichtensperre reingehauen. Am Anfang habe ich mir schon Sorgen wegen meiner Kreativität gemacht. Meine Wohnung ist kahl und wenig gestaltet. Mit der Zeit hab ich aber gelernt das zu nutzen und mir dort meine eigene Welt zu erschaffen. Das inspiriert mich.”

Und wie geht er mit der Flut an schlechten Nachrichten um? Marketing und Werbung spiegeln immer den aktuellen Zeitgeist. Und da die Menschen gerade positive Gedanken brauchen, richtet sich die Kommunikation seiner Kunden auch hauptsächlich darauf. Pascal arbeitet deshalb gerne und sogar mehr als früher, weil er sich so selbst Ablenkung und Zuversicht geben kann. Jedoch ist gerade die Kommunikation im Marketing, Werbung und öffentliche Arbeit ein heißerer Draht, wie sonst. Er erzählt: “Werbung richtet sich immer nach der aktuellen Zeit – und jetzt ist eine, bei der Menschen gerne etwas Positives hören möchten. Humor ist wichtig, jedoch verkneifen wir uns den einen oder anderen Witz, wenn wir ihn zu heikel für die aktuelle Situation finden. Das Thema ist so aufgeladen, dass man Gefahr läuft, mit einer Kleinigkeit unseren und den Ruf des Kunden auf’s Spiel zu setzen. Wir wollen niemanden verletzen, deshalb müssen wir bei allem was wir tun – vor allem bei der Wortwahl – aufpassen und sehr feinfühlig sein. ”

Pascal ist klar, dass es ein Privileg ist, von daheim arbeiten zu dürfen. Trotzdem gibt es eine Sache, die mehr als eine Woche Home Office schwierig für ihn machen: soziale Kontakte. Er vermisst das Miteinander mit seinen Kollegen und fühlt sich trotz regelmäßiger Videocalls isoliert.“Wir treffen uns zwar jeden Tag nach der Arbeit auf ein digitales Feierabendbier und tauschen uns aus. Da sind schon die einen oder anderen lustigen Sachen passiert, z.B. bin ich da mal mit einer Pferdemaske aufgetreten. Klar erzählt man sich dann schon Geschichten vom Home Office oder nutzt es als Kummerkasten, aber irgendwie ist das einfach nicht das Gleiche.”

Deshalb hofft er auch, dass alles bald wieder “wie früher” wird und er regelmäßig seine Kollegen in der Agentur treffen und seinen Feierabend nicht vor seinem Schreibtisch, sondern in der Kneipe um’s Eck mit seinen Freunden ausklingen lassen kann. Aber bis dahin bleibt’s bei einem virtuellen “Cheers” in seinen eigenen vier Wänden.

Wir bedanken uns nicht nur bei Pascal für das Interview, sondern auch stellvertretend für alle Schreibtischtäter im Marketing, Werbung und öffentlicher Arbeit für die trotz der aktuellen Lage ihre Kreativität behalten und uns damit schon einige Feel-Good-Momente beschert haben. Ihr macht das toll!

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